Donnerstag, 21. Juli 2016

Evolution, Artenbildung kann innerhalb von 300.000 Jahren die Fülle die Artenwelt hervorbringen, die nach dem...

Evolution, Artenbildung kann innerhalb von 300.000 Jahren die Fülle die Artenwelt hervorbringen, die nach dem Aussterben der Dinosaurier erreicht wurde. Bei den Buntbarschen in Ostafrika geht es zwar offenbar noch etwas schneller. Aber trotzdem sind 300.000 Jahre eine irre schnelle Zeit, finde ich. Der Zeitraum ist nur etwas länger als es anatomisch moderne Menschen gibt.

Kann diese Erkenntnis noch mit der Annahme des Neodarwinismus in Einklang gebracht werden, dass Evolution vor allem durch Punktmutationen zustande kommt?

Vielmehr wird man ja jetzt (womöglich) als Regel aufstellen können, dass die Artbildung in der Evolution häufig oder immer jeweils in einem so kurzen Zeitraum abgelaufen ist (nach Massenaussterbeereignissen).

300.000 Jahre! Vom gemeinsamen Vorfahren von Schimpansen und Menschen bis zum Menschen brauchte die Evolution mindestens 4 Millionen Jahre, vom Homo habilis bis heute 2,5 Millionen Jahre.

(Artikel "Severe extinction and rapid recovery of mammals across the
Cretaceous-Paleogene boundary, and the effects of rarity on
patterns of extinction and recovery")

http://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1111/jeb.12882/abstract
http://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1111/jeb.12882/abstract

Sonntag, 19. Juni 2016

Der von mir hoch verehrte britische Paläontologe Simon Conway Morris (der in seinem Buch von 2003 die These vertrat...

Der von mir hoch verehrte britische Paläontologe Simon Conway Morris (der in seinem Buch von 2003 die These vertrat "Unvermeidlich Menschen in einem einsamen Universum") hat 2013 einen neuen Gedanken veröffentlicht, nach dem der Mensch und andere Produkte der Evolution nicht nur unvermeidlich aus Evolution hervorgehen, wenn sie hier auf der Erde oder anderwärts einmal angefangen hat, sondern nach dem das Leben auch gar keine größere Komplexität erreichen kann, als es schon hier auf der Erde erreicht HAT. Dieser Gedanke, der wiederum nahtlos zur philosophischen Intuition von Mathilde Ludendorff über die Evolution passt ("Da stund stille das Werden der Arten"), wird im "Journal of Theoretical Biology" 2015 folgendermaßen zusammen gefasst:

"He argues that there are limits to the complexity of life and that these limits have already been touched. He asserts that the prevalence of convergent evolution indicates that there is a finite set of strategies that organisms can use. If the tape of life was played again, the same results would ensue, because self-organization and the conflicting constraints in development bind organisms to visit a limited area of the possibility space otherwise available. In his second argument, Morris wonders why some structures which clearly perform poorly have remained almost unchanged for millions of years. Why has not Rubisco become more efficient over the years, a process that would likely increase its complexity? In Morris׳s view, evolution is unable to take that step, because the system has arrived at its peak complexity. This daring suggestion has not yet been properly tackled."

Der Aufsatz von 2013, in dem Conway Morris diesen Gedanken das erste mal geäußert hat, ist auf Google Books frei zugänglich und ich muss ihn noch fleißig studieren:

( https://books.google.de/books?id=1ZIjJD1UfukC&pg=PT131&lpg=PT131&dq=conway+morris+Life+the+final+frontier+for+complexity?&source=bl&ots=PLmBKLc99f&sig=Q9r2j8X68TtFksNdbtOMW7Y_Xgs&hl=de&sa=X&ved=0ahUKEwjrruuhx7TNAhUsBcAKHcO9BywQ6AEIOTAD#v=onepage&q=conway%20morris%20Life%20the%20final%20frontier%20for%20complexity%3F&f=false )
https://books.google.de/books?id=1ZIjJD1UfukC&pg=PT131&lpg=PT131&dq=conway+morris+Life+the+final+frontier+for+complexity?&source=bl&ots=PLmBKLc99f&sig=Q9r2j8X68TtFksNdbtOMW7Y_Xgs&hl=de&sa=X&ved=0ahUKEwjrruuhx7TNAhUsBcAKHcO9BywQ6AEIOTAD#v=onepage&q=conway%20morris%20Life%20the%20final%20frontier%20for%20complexity%3F&f=false

Stadtleben lässt Vögel schneller altern!

Stadtleben lässt Vögel schneller altern!
- - - Uff!
http://www.sciencemag.org/news/2016/06/what-city-living-does-birds

Mindestens 33 mal innerhalb der Evolution versuchten Fischarten unabhängig voneinander an Land zu gehen und eine...

Mindestens 33 mal innerhalb der Evolution versuchten Fischarten unabhängig voneinander an Land zu gehen und eine Lebensweise als Amphibium aufzunehmen. Ein eindrucksvoller Hinweis darauf, dass der Übergang auf das Land so ungewöhnlich nicht war und weiterhin ein eindrucksvoller Hinweis erneut darauf, dass konvergente Evolution überall zu finden ist in der Evolution, sozusagen ihr "Hauptmodus" ist.
http://www.sciencemag.org/news/2016/06/fish-may-have-evolved-live-land-more-30-times

Samstag, 18. Juni 2016

Genetische Steuerungssequenzen für Schizophrenie sind deutlich unterschiedlich verteilt auf die drei Großrassen der...

Genetische Steuerungssequenzen für Schizophrenie sind deutlich unterschiedlich verteilt auf die drei Großrassen der Menschheit (Asien, Europa, Afrika). Das heißt, Schizophrenie beruht in der einen Rasse auf ganz anderen Genen als in einer anderen. Und es muss auch in den letzten Jahrtausenden die Selektion auf diese unterschiedliche Verteilung hingewirkt haben. Die Forschung scheint aber noch ganz im Dunkeln zu tappen, was diese Steuerungssequenzen eigentlich bewirken. Irgendetwas im Zusammenhang mit dem Wachstum des Gehirns wahrscheinlich.

http://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1002/ajmg.b.32471/abstract
http://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1002/ajmg.b.32471/abstract

Samstag, 4. Juni 2016

Die wertvolle Zeitschrift "Biologie in unserer Zeit" nimmt sich endlich einmal wieder einer der grundlegendsten...

Die wertvolle Zeitschrift "Biologie in unserer Zeit" nimmt sich endlich einmal wieder einer der grundlegendsten biophilosophischen Fragen an, die es überhaupt gibt: ist der Mensch ein Zufallsprodukt der Evolution oder ist er - sozusagen - wie vieles andere in der Evolution "vorgesehen". Simon Conway Morris gegen Stephen Jay Gould, so wird es auch hier beschrieben. Das Ergebnis, so die Autoren,

"bestimmt nicht nur unser generelles Bild der Evolution, sondern auch unser Selbstbild: War die Evolution des Menschen eine inhärente Notwendigkeit oder sind wir als Folge einer historischen Kontingenz entstanden und alles hätte auch völlig anders kommen können?"

Auch nach diesem neuen Aufsatz neigt sich alles in der Forschung der ersteren These zu. Jedes neue überraschende Beispiel konvergenter Evolution zeigt: Es liegt eine inhärente Notwendigkeit vor, früher nannte man das Zielgerichtetheit. Somit erhält die Biophilosophin Mathilde Ludendorff in einer der zentralsten Aussagen ihrer Evolutionären Philosophie Bestätigung, zumal in Zusammensicht mit dem Anthropischen Prinzip: Schon im Anfang der Weltallentstehung bestand ein Wille zur Bewusstheit.

Der Artikel ist deutschsprachig und frei zugänglich!

http://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1002/biuz.201610585/full


http://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1002/biuz.201610585/full