Samstag, 29. Juli 2017

Schnelle Evolution der Vögel nach dem K/T-Massenaussterbe-Ereignis

Schnelle Evolution der Vögel nach dem K/T-Massenaussterbe-Ereignis

Zwei Zwillingssöhne eines Fossilienforschers entdeckten Fossilien einer neuen Vogelart, die es schon spätestens 62 Millionen Jahre vor heute gab, die also nur innerhalb von höchstens 3 Millionen Jahren nach dem großen Massensterben an der Grenze zwischen Kreide und Tertiär, das das Aussterben der Dinosaurier mit sich brachte (65 Millionen Jahre vor heute) entstanden sind.

Und mit der Datierung dieser Vogelart können mindestens vier andere Vogelarten als so schnell evoluiert nachgewiesen werden. Und damit wird der Zeitraum, in der es zur Artenexplosion auch bei den Vögeln kam, immer kürzer, ähnlich wie dies schon in früheren Arbeiten bezüglich der Säugetiere aufgezeigt wurde.

Und dies alles hat natürlich Folgen dahingehend, wie man sich Artbildung überhaupt vorstellen kann, ob es über den langsamen Weg von Punktmutation und Selektion geschehen kann oder ob andere Mechanismen am Werk sind, die viele neue Arten innerhalb von höchstens drei Millionen Jahren entstehen lassen können.

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  1. "Early Paleocene landbird supports rapid phylogenetic and morphological diversification of crown birds after the K–Pg mass extinction", PNAS 2017, http://www.pnas.org/content/114/30/8047.abstract.html?etoc
  2. https://blog.everythingdinosaur.co.uk/blog/_archives/2017/07/11/explosive-radiation-of-bird-species-after-dinosaur-demise.html

Mittwoch, 26. Juli 2017

Eine neue Grabgruft in Hessen aus dem 3. Jahrtausend v. Ztr. erforscht

Eine neue Grabgruft in Hessen aus dem 3. Jahrtausend v. Ztr. erforscht

Leben in Hessen, bevor die Indogermanen kamen

Bevor die Schnurkeramiker (Indogermanen) etwa ab 2.500 v. Ztr. erobernd nach Mitteleuropa hereinbrachen mit ihren Streitwagen, war es dort schon Jahrhunderte lang vorher zu kulturellen Umbrüchen gekommen, die mit einer anteilig höheren, extensiven Rinderwirtschaft einhergingen (also mit vermutlich weniger intensivem Ackerbau als zuvor).

Auch deutet viel darauf hin, daß in diesem Endstadium des Neolithikums in Mitteleuropa (also vor der Bronzezeit) der genetische Herkunftsanteil, der auf mesolithische (vorbäuerliche) europäische Vorfahren zurück geht, wieder angewachsen ist. Darauf weisen auch erste Ergebnisse von ancient-DNA-Untersuchungen von Knochenfunden aus einem Galeriegrab im südhessischen Niedertiefenbach hin (1), das der Wartberg-Kultur angehört, das zur Zeit seiner Nutzung - wie eine Gruft - begehbar gewesen sein soll, und in dem über 200 Menschen bestattet worden sind.

In dem Anwachsen der mesolithischen Herkunftsanteile deutet sich wohl der Untergang von vorher hier lebenden, intensiver Bodenbau betreibenden Völkern und Kulturen wie der Michelsberg Kultur an.

Interessant ist auch, daß in einem einzelnen Galeriegrab der hessischen Wartberg-Kultur (3.350 und 2.900 v. Ztr.) jeweils viel mehr Menschen bestattet worden sind als jeweils in einem der zeitgleichen Megalithgräber der nordöstlichen Trichterbecherkultur. Übrigens ist ja in dem berühmten Galeriegrab von Züschen in Nordhessen (2) eine der ältesten Wagendarstellungen der Menschheit erhalten geblieben.

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1. Niedertiefenbach. Ein Galeriegrab der spätneolithischen Wartberggruppe südwestlich von Niedertiefenbach (Landkreis Limburg-Weilburg, Hessen). In: Prähistorische Zeitschrift 2016, pdf ist frei zugänglich: https://www.degruyter.com/view/j/prhz.2016.91.issue-2/pz-2016-0020/pz-2016-0020.xml
2. https://de.wikipedia.org/wiki/Steinkammergrab_von_Z%C3%BCschen
https://de.wikipedia.org/wiki/Steinkammergrab_von_Z%C3%BCschen

Dienstag, 25. Juli 2017

Sigmund Freud - Was bleibt von ihm? - Nichts!


Sigmund Freud - Was bleibt von ihm? - Nichts!

Irre, der Artikel will herausarbeiten, "was von Freud bleibt" und macht doch nur klar, daß im Grunde wissenschaftlich von Freud so gut wie gar nichts bleibt. Uff. Man möchte meinen, daß selbst von Karl Marx wissenschaftlich wesentlich mehr bleibt, als von Sigmund Freud. Die Mehrwerttheorie von Marx bleibt. Nichts Vergleichbares bleibt von Freud. Uff.

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Psychotherapie & Psychoanalyse: Was von Freud bleibt
"Die Psychoanalyse hat die Deutungshoheit über das Seelenleben verloren. Viele Thesen ihres Gründers sind widerlegt. Dabei geht vergessen, wie viel er erkannt und als Erster praktiziert hat."

Link zum Beitrag:
http://bazonline.ch/wissen/medizin-und-psychologie/Was-von-Freud-bleibt/story/30839499

#Psychotherapie #Psychoanalyse #Freud #SigmundFreud #Psychologie #Medizin #Gesundheit #Seele #Psyche #Traum #Traumdeutung #Träume #Couch

Title



Wie Schrift unsere Art zu denken ändert

... Und deshalb gibt es neuerdings auch Blogs und Internetseiten in deutscher Frakturschrift:

http://fuerkultur.blogspot.de/2012/03/ein-internetblog-in-frakturschrift-warum.html

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Hirnforschung & Lesefähigkeit: Wie Schrift unsere Art zu denken ändert
"Als Menschen vor wenigen tausend Jahren erstmals Schriftzeichen in den Lehm drückten, setzten sie eine Revolution in Gang. Nicht bloß kulturell, sondern auch neuronal."

Link zum Beitrag:
http://www.spektrum.de/news/wie-schrift-unsere-art-zu-denken-aendert/1479833

#Hirnforschung #Gehirn #Schrift #schreiben #lesen #Kultur #denken #Neurowissenschaft #Psychologie #Psyche #Buchstaben

Die katholische Kirche muß schlicht verboten werden


Die katholische Kirche muß schlicht verboten werden

Ich habe keinen Zweifel, das die Gewalttäter-Organisation katholische Kirche auch noch in 200 Jahren die gleichen Verbrechen begeht wie heute. Sie wird seit mehreren hundert Jahren dieser Verbrechen angeklagt und nichts hat sich verändert. Warum sollte sich da künftig etwas ändern.

Diese Gewalttäter-Organisation ist so reich, daß sie kritische Berichterstattung über sich selbst in den großen Medien auf das nicht zu verhindernde Mindestmaß reduzieren kann. Sonst wäre sie schon längst in allen offenen, freien Gesellschaften schlichtweg verboten.

Denn Psychosekten, die Gewalttäter in einem solchen Umfang decken, sind schlichtweg zu verbieten und zu verfolgen, anstatt daß die Politik sie lobhudelt wo sie nur kann.

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Missbrauch: Kardinal Müller lehnt eine Entschuldigung bislang ab
Die Schicksale hinter dem Regensburger Missbrauchsskandal: "Geendet hat jedenfalls alles damit, dass ich mich in der Dusche sitzen sehe, nachdem in seinem Zimmer Dinge geschehen sind, die mit Nacktsein und 'Gründen' nichts mehr zu tun hatten. Ich fühle, wie das Wasser auf mich fällt und beobachte rot gefärbtes Wasser, das im Sieb im Boden verschwindet. Ich erinnere mich daran, dass ich aufstehen will, aber nicht kann. Ich war oft im Zimmer von Herrn M."

Link zum Beitrag:
http://www.br.de/nachrichten/oberpfalz/inhalt/domspatzen-regensburg-missbrauch-abschlussbericht-schicksale-100.html

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Konvergente Evolution als Hinweis auf die Zielgerichtetheit der Evolution

Konvergente Evolution als Hinweis auf die Zielgerichtetheit der Evolution

Nachdem Simon Conway Morris im Jahr 2003 sein umstürzendes Buch "Life's Solution - Inevitable Humans in a Lonely Universe" veröffentlichte, ein Buch, in dem zum ersten mal das Thema "Konvergente Evolution" sehr grundsätzlich in den Mittelpunkt des Nachdenkens über Evolution gestellt worden war (in Anknüpfung an und ermutigt von den astrophysikalischen Forschungen rund um das Anthropische Prinzip), und in dem er aus der Häufigkeit des Vorkommens des Phänomens Konvergenz die These ableitete, daß der Mensch und eine große Zahl von Lebewesen keineswegs - wie zuvor von Stephen Jay Gould ziemlich flach behauptet - ZUFALLSPRODUKTE der Evolution wären, hat es in der Wissenschaft eine zehnjährige "Schrecksekunde" gegeben.

(Nun, vor dem Angesicht von mehreren Jahrtausenden Wissenschafts-Geschichte darf man ja zehn Jahre wohl schon einmal eine Sekunde nennen.) Das war ein Thema und eine These, auf die war niemand so richtig vorbereitet, niemand wußte so recht, wie er darauf reagieren sollte. Und dann war Conway Morris auch noch - - - gottgläubig. Ist das nicht "verboten"? Darf man solche Bücher überhaupt veröffentlichen? ... mögen sich manche Naturforscher ernsthaften Gemütes gefragt haben. Das mußte ja im Grunde "faul" sein, was der da schrieb. (Der gute PZ Myers hat dementsprechend auch gleich in diese Richtung hin argumentiert.)

Der vorurteilsfreie Richard Dawkins allerdings war einer der ersten, der schon 2004 diese These sehr positiv aufnahm und von ihr Grundgedanken seines begeisternden Buches "The Ancestor's Tale - A Pilgrimage to the Dawn of Life" bestimmen ließ. (Der Buchtitel wäre wörtlich etwa zu übersetzen mit: "Was die Urtiere erzählten - Eine Wallfahrt zurück in Dämmerungszeiten des Lebens", der deutschen Übersetzung aber wurde der Titel "Geschichten vom Ursprung des Lebens" gegeben.)

Nun gut, nachdem zehn Jahre vergangen sind, nimmt das Thema konvergente Evolution nun endlich auch richtig Fahrt auf in der "ganz gewöhnlichen" Wissenschaft. Witzigerweise wird heute Simon Conway Morris meist nur noch im Vorübergehen, ganz am Rand als einer derjenigen genannt, der sich mit dem Thema "auch" "einmal" beschäftigt hätte. Wäre ja auch schlimm, wenn man einen Gottgläubigen als Begründer eines ganz neuen Wissenschaftszweiges benennen müßte ....

Nun ist neuerdings wieder einmal eine Sonderfolge des "American Naturalist" dem Thema konvergente Evolution gewidmet worden. In der Zusammenfassung des einleitenden Überblicksartikels von Anurag A. Agrawal (einem der namhafteren Theoretiker dieses neuen Forschungsgebietes) werden recht treffend einige wesentliche, mit dem Thema zusammen hängende Probleme benannt:

"Does convergence primarily indicate adaptation or constraint?" Also: "Ist Konvergenz vornehmlich eine Folge der Anpassung oder von evolutionären Zwängen?" Hier wird schon deutlich, daß sich gewöhnliche Hardcore-Darwinisten schwer damit tun, das zu verstehen, was schon Manfred Eigen nannte: "Naturgesetze steuern den Zufall" (Untertitel seines Buches "Das Spiel"). Daß es innere Gestaltungsprinzipien der Evolution geben könne (von denen Conway Morris ausgeht), daß es also eine Zielgerichtetheit der Weltentstehung und der Evolution geben könne, das anzunehmen, scheint immer noch ein Sakrileg zu sein. Man hüllt diesen Gedanken, wenn man es recht versteht, in den weit gefaßten Begriff "adaption", "Anpassung".

Die Fragestellungen scheinen also noch sehr eingeschränkte zu sein. Dabei hat Conway Morris noch viel grundlegendere aufgeworfen, wie mir scheint. Weiter Angrawal: "How often should convergence be expected?" Wie oft Konvergenz erwartet werden sollte? Ob das derzeit überhaupt eine sinnvolle Frage ist? Und weiter: "Are there general principles that would allow us to predict where and when and by what mechanisms convergent evolution should occur?" Auch diese Frage dürfte doch zu anspruchsvoll sein, um beantwortet werden zu können. "What role does natural history play in advancing our understanding of general evolutionary principles?"

(Leider gehören die meisten, die sich für dieses Thema interessieren - wie ich - "nur" zu den Steuerzahlern, die solche Forschungen finanzieren und nicht zu den Privilegierten, die Zugang zum Vollartikel haben. Deshalb kann sich Otto Normalverbraucher diese Ausführungen derzeit nicht genauer anschauen.)

http://www.journals.uchicago.edu/toc/an/2017/190/S1
http://www.journals.uchicago.edu/toc/an/2017/190/S1

Donnerstag, 13. Juli 2017

Sam Harris - Interview mit Charles Murray

Sam Harris - Interview mit Charles Murray

Der Gotteswahn-Kritiker Sam Harris führt ein langes Interview mit Charles Murray, weil dieser Anfang März an der Universität Middlebury von Protestierenden gewaltsam vom Reden abgehalten wurde - und in Deutschland interessiert das wieder einmal so gut wie niemanden. Oder habe ich etwas übersehen?

Originally shared by Maximilian S.

Kontroverses Thema.
http://www.nationalreview.com/article/449208/race-iq-debate-serves-no-purpose