Samstag, 31. März 2018

Diskussion über Rasse - ausgelöst von Ancient-DNA-Forscher David Reich

Diskussion über Rasse - ausgelöst von Ancient-DNA-Forscher David Reich

David Reich, Universität Harvard, der führende Ancient-DNA-Forscher weltweit, weist in einem Artikel in der New York Times darauf hin, daß die gegenwärtigen humangenetischen Forschungen auch unser Verständnis menschlicher Rassen verändern.

Der Artikel wird in den USA kontrovers diskutiert und hat zahlreiche Folgeartikel hervor gerufen. "Rasse-Realisten" fühlen sich von ihm bestätigt, obwohl Reich zugleich namhafte derselben in diesem Artikel ungewöhnlich scharf angreift.

Die Ancient-DNA-Forschungsergebnisse der letzten beiden Jahre zu den Bandkeramikern, Schnurkeramikern, zur Glockenbecherkultur und vielen anderen mehr haben also nicht nur tiefgreifende Folgen für die archäologische Forschung - so wie vormals die C14-Revolution - sondern - nach Ansicht von David Reich - auch für unser Weltbild insgesamt.

David Reich hat übrigens wesentliche Anstöße für seinen wissenschaftlichen Lebensweg bei Svaante Pääbo am MPI in Leipzig erhalten.

("Wie die Genetik unser Verständnis von menschlichen Rassen verändert", 23.3.2018)

https://www.nytimes.com/2018/03/23/opinion/sunday/genetics-race.html
https://www.nytimes.com/2018/03/23/opinion/sunday/genetics-race.html

Freitag, 23. März 2018

Hugo Alfvén The Mountain King - Vallflickans Dans


Hinweg mit aller Schwermut, .... hinweg!

Wer kennt den schwedischen Komponisten Hugo Alfvén (1872-1960)? Heute morgen lief im Radio wieder einmal sein - eigentlich doch recht bekannter - "Tanz des Hirtenmädchens" (1), eine Melodie, die man morgens in Radiosendern mit klassischer Musik häufiger zu hören kriegt.

Und das mit Recht. Es ist ein Musikstück - - - das so viel Schwermut vertreiben kann. Mit ihm läßt sich aller Mißmut im Keim ersticken.

Zur Not dreißig oder vierzig mal hintereinander hören. In diesem Fall darf "Meditation" und sogar "Suggestion" gerne einmal Statt greifen.

Sonst hat dieser Hugo Alfvén übrigens scheinbar nichts mehr komponiert, was man heute noch als hörenswert empfinden kann. (Aber man läßt sich ja gerne eines Besseren belehren.)

Übrigens gibt es auch ein skandinavisches Saxophon-Quartett, das diesen "Tanz des Hirtenmädchens" sehr schön spielt (2). Als Besonderheit kommt dazu, daß man dessen junge Musiker auch optisch auffallen ...

1. https://youtu.be/0sez0LzN3Sk?t=11m53s
2. https://youtu.be/Sd7z-WW4nro

https://www.youtube.com/watch?v=WavIvzYiV5o
https://www.youtube.com/watch?v=WavIvzYiV5o

Samstag, 10. März 2018

Ein Rockkonzert - Das Original

Ein Rockkonzert - Das Original

Ihr braucht ein Rockkonzert? Einfach mal die Regler eurer Lautsprecher-Anlage auf volle Lautstärke stellen - ich sagte auf volle Lautstärke - dann irgendeine Bruckner-Symphonie dirigiert von Wilhelm Furtwängler hernehmen, sagen wir die fünfte, sagen wir letzter Satz. Anhören. Und dann mir sagen, ob noch ein Rockkonzert benötigt wird. Mann (1).

Was war das 20. Jahrhundert? Es war der Versuch, an Stelle von Kultur Pornografie und Seichtheit zu setzen. Und das auf allen Kanälen und in allen Frequenzen. Toller Versuch. Und es ist merkwürdig ...., daß so viele dabei mitgemacht haben. Kinder, Enkel, Urenkel von Soldaten, die sechs Jahre lang an der Ostfront ausgehalten haben. Wer wird das noch verstehen? In wenigen Jahren schon?

Jedes Kind kann heute das Lügengebäude einreißen, jeder Volkslehrer (2). ("Wenn Du wissen willst, wer dich beherrscht, mußt Du nur herausfinden, wen Du nicht kritisieren darfst." Das hat doch schon Voltaire gesagt.) Alles ist unglaublich einfach. So einfach. Die Herrschenden tun einem leid. (Manchmal wenigstens.) Hinter war für alten, brüchigen, pappernen Eierschachteln sie sich verstecken müssen. Haben sie nichts Besseres? Daß bald jedes Kind auf sie zeigen kann? Geschweige denn Volkslehrer (2)?

Zu begrüßen ist übrigens auch, daß der glorreiche André Poggenburg gehen muß. Ihr Trantüten! Weil ihr die zentralen Fragen nicht ansprecht, sachlich und ruhig, ihr Trantüten, redet ihr SO EINEN Quatsch. So einen riesen großen Quatsch. Ihr Trantüten. Einfach mal in ein deutsches Rockkonzert gehen. Und dann die Erde rocken. Aber richtig. Und nicht so trantütenhaft. Meine Güte.
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1. studgenpol.blogspot.de/2018/03/wilhelm-furtwangler-der-grote-dirigent.html
2. Einfach mal ins Klassenbuch eintragen, man kriegt dann so schöne Video's zu sehen: https://volkslehrer.info/

https://www.youtube.com/watch?v=cZxQ87xX88A&feature=share

Mittwoch, 28. Februar 2018

Warum bevorzugten die Frauen Austronesiens nach 2000 v.

Warum bevorzugten die Frauen Austronesiens nach 2000 v. Ztr. Papua-Männer? Oder wurden sie dazu gezwungen? - Neue Ancient-DNA-Ergebnisse

Die Volksstämme des Inselstaates Vanuatu ("Neue Hebriden") im melanesischen Teil des Südpazifik sprechen sogenannte "austronesische Sprachen", die sich ursprünglich mit den ersten Besiedlern dieser Inseln um 2.000 v. Ztr. hierher mit Hilfe ihrer Ausleger-Boote ausgebreitet haben - und zwar von Taiwan aus.

Aber die Frauen dieser austronesischen Stämme scheinen sich in den Jahrhunderten nach der Erstbesiedelung - nach DNA und neuesten ancientDNA-Untersuchungen (1-3) - geradezu regelmäßig mit Männern von Papuavölkern aus Neuguinea vermischt zu haben. Noch nicht geklärt scheint zu sein, ob diese Männer als Krieger, Händler oder Sklaven in die Inselwelt Vanuatu's gelangten. Jedenfalls hat sich im Laufe der Jahrhunderte bis heute auf diesen Inseln in einem allmählichen Vorgang zwar die austronesische Sprache erhalten, aber die Gene der Menschen stammen heute fast vollständig von Menschen aus Papua Guinea ab - und nicht mehr von Menschen aus Taiwan.

In einer Grafik ist der allmähliche Rückgang des austronesischen genetischen Anteils im Laufe der Jahrhunderte gut zu sehen (2). Das heißt, im Laufe der Jahrhunderte müssen Menschen mit vorwiegend Papua-Abstammung regelmäßig mehr Nachkommen gehabt haben in dieser Inselwelt als Menschen vorwiegend genetischer Abstammung von den ersten Besiedlern dieser Inseln. Sehr erstaunlich. - In einer gestrigen Pressemitteilung des MPI für Menschheitsgeschichte in Jena heißt es darüber:

"Die Untersuchung zeigt, dass der genetische Wandel"

gemeint: von austronesischer Abstammung hin zu Papua-Abstammung

"nicht die Folge einer einzigen großen Einwanderungswelle war. Stattdessen müssen die Menschen in den nordwestlichen und den südöstlichen Gebieten Melanesiens über einen langen Zeitraum hinweg kontinuierlich in Kontakt gestanden haben. Dieser Austausch begann nach den neuen Erkenntnissen viel früher als bisher vermutet. So konnten die Forscher Papua-Gene bei einem Individuum nachweisen, das vor 2500 Jahren auf Vanuatu lebte. Die ersten Migranten"

also Menschen mit genetischem Papua-Hintergrund

"von den Inseln des Bismarck-Archipels erreichten Vanuatu also bereits kurz nach den Menschen ostasiatischer" sprich austronesischer - "Abstammung. Die Ergebnisse der genetischen Studie unterstützen auch ein Modell aus der historischen Linguistik. Danach überdauerte die ursprüngliche, wahrscheinlich wenig differenzierte austronesische Sprache den genetischen Wandel, weil sie den Papua-Migrantengruppen, die nach und nach Vanuatu erreichten, als Verkehrssprache diente."

Sehr lose könnte man das vergleichen mit dem Vorgang, daß sich die romanischen, vom Latein abgeleiteten Sprachen in vielen Teilen Europas hielten, obwohl oftmals die ursprünglichen Römer, die diese Sprachen vor Ort gesprochen haben, daselbst ausgestorben sein können.

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1. Language continuity despite population replacement in Remote Oceania. Cosimo Posth, Kathrin Nägele, […]Adam Powell. In: Nature Ecology & Evolution (2018) doi:10.1038/s41559-018-0498-2, Published online: 27 February, 2018, https://www.nature.com/articles/s41559-018-0498-2, https://www.researchgate.net/publication/323427085_Language_continuity_despite_population_replacement_in_Remote_Oceania
2. Grafik: Allmählicher Rückgang des austronesischen genetischen Anteils im Laufe der Jahrhunderte: https://media.springernature.com/lw582/springer-static/image/art%3A10.1038%2Fs41559-018-0498-2/MediaObjects/41559_2018_498_Fig2_HTML.jpg
3. Sprachliche Kontinuität trotz genetischer Umwälzung - Untersuchung alter und heutiger DNA belegt langfristigen Austausch im Südpazifik. 27. 2. 2018, https://www.mpg.de/11961352/vanuatu-besiedelung-sprachen-genom, http://www.shh.mpg.de/851473/genetic-replacement-despite-language-continuity-in-the-South-Pacific, https://www.mpg.de/11961600/original-1519808551.jpg?t=eyJ3aWR0aCI6ODAwLCJoZWlnaHQiOjYwMCwib2JqX2lkIjoxMTk2MTYwMH0=--3c65acf262fbdbfbe1a14e6840ea300cf73b50e0

Ein Gehirngrößen-Gen (CASC5), das nur bei Ostasiaten positiver Selektion unterworfen war

Ein Gehirngrößen-Gen (CASC5), das nur bei Ostasiaten positiver Selektion unterworfen war

Die Steuerungssequenzen eines Gens, das Gehirngröße reguliert (CASC5), waren in den letzten Jahrtausenden nur bei Ostasiaten klarer positiver Selektion unterworfen, nirgendwo sonst bei Menschen oder Säugetieren.

Im November 2016 wurde eine neue chinesische humangenetische Studie veröffentlicht (1-3), nach der bei Delfinen, Mäusen und offenbar allen Primatenarten (Gibbons, Pavianen, Schimpansen, Gorillas, Orangutans), bei Neandertalern und beim Denisova-Menschen, bei heutigen Menschen in Afrika und in Europa in den Steuerungssequenzen des Gens CASC5 durchgängig eine alte Version vorhanden ist (siehe Abb.) (1, 2), während bei heutigen Menschen in Ostasien mehrheitlich eine neue Version vorhanden ist, also die Basen an den angegebenen SNP's jeweils ausgetauscht wurden.

Das sind klare Anzeichen von positiver Selektion bei Ostasiaten in den letzten Jahrzehntausenden oder in den letzten Jahrtausenden, die den durchschnittlich hohen Intelligenz-Quotienten der Ostasiaten hervorrufen könnten, und die darauf hinweisen könnten, daß auch Intelligenz so wie helle Hautfarbe, Körpergröße und andere angeborene Eigenschaften in Asien und Europa konvergent, das heißt unabhängig voneinander mit Hilfe unterschiedlicher Genetik evoluiert sind.

Diese SNP's scheinen mit dem Volumen der grauen Gehirnsubstanz zu korrelieren (2). Das Gen wird vor allem in den ersten zehn Schwangerschaftswochen abgelesen (1).

Diese neue Studie scheint fast nirgendwo im letzten Jahr Erwähnung gefunden zu haben in der Berichterstattung (außer: 3). Sie ist auch erst in einer Folgestudie zitiert worden.

1. https://www.semanticscholar.org/paper/Regional-selection-of-the-brain-size-regulating-ge-Bai-Hu/4dce828c8e05023e08b192f0993e8da229435310/figure/0
2. Lei Shi, Enzhi Hu, Zhenbo Wang, Jiewei Liu, Jin Li, Ming Li, Hua Chen, Chunshui Yu, Tianzi Jiang, Bing Su: Regional selection of the brain size regulating gene CASC5 provides new insight into human brain evolution. In: Human Genetics February 2017, Volume 136, Issue 2, pp 193–204, First Online: 22 November 2016, https://link.springer.com/article/10.1007/s00439-016-1748-5
3. Evidence for Natural Selection in Humans: East Asians Have Higher Frequency of CASC5 Brain Size Regulating Gene. https://notpoliticallycorrect.me/2017/10/18/evidence-for-natural-selection-in-humans-east-asians-have-higher-frequency-of-casc5-brain-size-regulator-gene/
https://www.semanticscholar.org/paper/Regional-selection-of-the-brain-size-regulating-ge-Bai-Hu/4dce828c8e05023e08b192f0993e8da229435310/figure/0

Montag, 26. Februar 2018

Gundula Janowitz und Herbert von Karajan

Gundula Janowitz und Herbert von Karajan

Es ist unglaublich faszinierend zu sehen, wie Herbert von Karajan in das Leben unzähliger Menschen eingegriffen hat, erweckend, lehrend, aufbauend - oder auch sich von ihnen verabschiedend. So etwas erzählt auch die Sopranistin Gundula Janowitz (* 2. August 1937 in Berlin) über ihn (1, 2).

Recherchiert man dem hinterher, findet man unzählige Aufnahmen der Janowitz zusammen mit Karajan. Da singt sie etwa 1969 mit den Berliner Philharmonikern und Karajan das Beethoven'sche Egmont-Lied "Die Trommel gerühret" (3).

Und zunächst hat man den Eindruck, daß dieses Lied doch auch noch anders, zum Beispiel kräftiger gesungen werden könnte, vielleicht sollte. Vergleicht man aber die Janowitz-Karajan-Aufnahme mit so vielen anderen Aufnahmen, die zugänglich sind, ältere und jüngere, so muß man sagen: nein, hier ist der Ton und Stimmungsgehalt des Liedes am besten getroffen. Es ist kein Lied, das zu kräftig gesungen werden darf. Und das haben Karajan und die Janowitz begriffen. Hier noch der Text:

Nr. 1
Die Trommel gerühret,
Das Pfeifchen gespielt!
Mein Liebster gewaffnet
Dem Haufen befiehlt,
Die Lanze hoch führet,
Die Leute regieret.
Wie klopft mir das Herz!
Wie wallt mir das Blut!
O hätt' ich ein Wämslein
Und Hosen und Hut!

Ich folgt' ihm zum Tor 'naus
mit mutigem Schritt,
Ging' durch die Provinzen,
ging' überall mit.
Die Feinde schon weichen,
Wir schießen da drein;
Welch' Glück sondergleichen,
Ein Mannsbild zu sein!

Nr. 2
Freudvoll
Und leidvoll,
Gedankenvoll sein;
Langen
Und bangen
In schwebender Pein;
Himmelhoch jauchzend
Zum Tode betrübt;
Glücklich allein
Ist die Seele, die liebt.

Vielleicht war es wirklich falsch von der Janowitz, für Bernstein den Fidelio zu singen - anstatt mit Karajan. Karajan wühlt auf, noch heute.

1. Gundula Janowitz about working with Karajan, https://www.youtube.com/watch?v=NH1HB2BZ3D0&index=5&t=0s&list=LLnQy_x6B_UyieSskDfHXesg
2. https://de.wikipedia.org/wiki/Gundula_Janowitz
3. Gundula Janowitz; "Soprano Selections"; Egmont; Ludwig van Beethoven, https://www.youtube.com/watch?v=snIlOAzwa7s&index=3&t=0s&list=LLnQy_x6B_UyieSskDfHXesg
https://www.youtube.com/watch?v=NH1HB2BZ3D0&index=5&t=0s&list=LLnQy_x6B_UyieSskDfHXesg

Wie die Augen größer wurden beim Übergang zum Landleben vor 385 Mio. Jahren

Wie die Augen größer wurden beim Übergang zum Landleben vor 385 Mio. Jahren

Beim Übergang zum Landleben mußten bei den Wirbeltieren zuerst die Augen größer werden. Denn in der klaren Luft kann man weiter sehen als im diesigen Wasser. Im Wasser würde eine Vergrößerung der Augen keine Verbesserung der Sehqualität mit sich bringen, über dem Wasser dagegen schon.

1. Massive increase in visual range preceded the origin of terrestrial vertebrates. Autoren: Malcolm A. MacIver, Lars Schmitz, Ugurcan Mugan, Todd D. Murphey and Curtis D. Mobley. In: PNAS 2017 March, 114 (12) E2375-E2384. https://doi.org/10.1073/pnas.1615563114 , http://www.pnas.org/content/114/12/E2375?etoc=,
http://www.pnas.org/content/pnas/114/12/E2375/F5.large.jpg