Sonntag, 12. Juli 2015

Über die Religiosität bei Tieren sagt Volker Sommer:

Über die Religiosität bei Tieren sagt Volker Sommer:

"Um sich Göttliches vorzustellen, müssen wir uns mental in eine Anderswelt begeben. Das können andere Primaten vielleicht auch. Beispielsweise verhalten sie sich angesichts eines toten Artgenossen offenbar nachdenklich. Warum sollte das nicht mit dem Gefühl eigener Endlichkeit einhergehen? Bei aufkommendem Gewitter veranstalten manche Menschenaffen einen Regentanz. Oder sitzen gedankenversunken vor einem rauschenden Wasserfall. Oder sinnieren in die sinkende Sonne. Denkbar, dass sie dabei ähnliche mystische Visionen haben wie manche Menschen. Jedenfalls können sie sich aus dem Hier und Jetzt ausklinken."

http://www.fr-online.de/kultur/anthropologie-haben-affen-religioese-gefuehle-,1472786,16660648.html
http://www.fr-online.de/kultur/anthropologie-haben-affen-religioese-gefuehle-,1472786,16660648.html

Verrücktes Ameisenessen zur ethnischen Gruppenabgrenzung bei Schimpansen!?!

Verrücktes Ameisenessen zur ethnischen Gruppenabgrenzung bei Schimpansen!?!
https://youtu.be/GWyFB0_5c6o

Der liest sich sehr interessant, der Volker Sommer, zum Thema Homosexualität.

Der liest sich sehr interessant, der Volker Sommer, zum Thema Homosexualität. In seinem Buch von 1990 wünscht man sich manchmal eine klare, bestimmte Distanz zu Pädokriminalität (etwa auf S. 159, 163, 169).

Ob das in neueren Büchern besser aufgearbeitet ist, das schon sehr differenzierte Wissen in der griechischen Antike darüber, dass "Knabenliebe" in den meisten Fällen vom "Knaben" selbst nicht initiiert und gewollt sind und auch keineswegs generell zu ihrem Besten sein muss?

Wenn Sommer auch in seinen Argumenten gegen Eibl-Eibesfeldt's "Biologie des menschlichen Verhaltens" bezüglich des Themas Homosexualität in der Regel recht haben wird, findet sich bei Eibl-Eibesfeldt zur gleichen Zeit wenigstens eine klare Distanzierung von Pädophilie. Allerdings streift auch Eibl-Eibesfeldt dann das Thema leider nur durch Hinweis auf das Inzesttabu.
https://youtu.be/Q5wLvwqnn2M

Mittwoch, 24. Juni 2015

Als der erste anatomisch moderne Mensch aus Afrika nach Europa zuwanderte vor 40.000 Jahren, vermischte er sich mit...

Als der erste anatomisch moderne Mensch aus Afrika nach Europa zuwanderte vor 40.000 Jahren, vermischte er sich mit den einheimischen Neandertalern - und starb wieder aus. Offenbar nur wenige von mehreren Gruppen anatomisch moderner Menschen, die aus Afrika zuwanderten und sich mit Neandertalern vermischten, starben NICHT aus.

Und der heutige Vermischungsgrad kann ja offenbar nur dadurch zustande gekommen sein, dass die letzteren sich nach ersten Vermischungen von weiterer Vermischung fern hielten oder auch gar keine Gelegenheit mehr dazu hatten. Von diesen letzteren Gruppen jedenfalls stammen wir ab. - Ob aus diesem Szenario nicht die eine oder andere Lehre gezogen werden könnte für Gegenwart und Zukunft?

http://www.wissenschaft.de/kultur-gesellschaft/anthropologie/-/journal_content/56/12054/7034587
http://www.wissenschaft.de/kultur-gesellschaft/anthropologie/-/journal_content/56/12054/7034587

Donnerstag, 28. Mai 2015

"Naturwissenschaftliche Themen im Werk von Thomas Mann"

"Naturwissenschaftliche Themen im Werk von Thomas Mann"

So lautet der Titel eines Aufsatzes von Hans Wolfgang Bellwinkel (zuerst veröffentlicht in "Naturwissenschaftliche Rundschau", Heft 5/1992, S. 174-183; später auch noch an anderen Orten).

Alle die, die die tiefe Kluft beklagen, die so oft noch heute zu beobachten ist zwischen den Naturwissenschaften und den Geisteswissenschaften, können kräftig durch- und aufatmen bei der Lektüre dieses Aufsatzes (ich fand eine Kopie desselben im Nachlass meines Onkels Prof. Gerold Adam).

Thomas Mann hat den naturwissenschaftlichen Kenntnisstand seiner Zeit gründlich und sehr breit zur Kenntnis genommen und ihn auch geistvoll in Literatur umgesetzt und weitergedacht. Sozusagen nach fast jeder Richtung hin vorbildlich! Denn er ist dabei auch nur selten gar zu arg über das Ziel hinausgeschossen, hat sich vielmehr sehr eng an den Kenntnisstand selbst angeschlossen. (- Mit welchem Autor könnte man Thomas Mann vergleichen?)

Durch diesen Aufsatz wird mir Thomas Mann wesentlich sympathischer, als er mir bislang war.  Er bleibt vor allem auch nicht bei einem klotz-materialistischen oder -atheistischen Standpunkt stehen, sondern findet schöne Worte, so etwa - oder insbesondere - zur Evolution. So spricht er von der "einen Idee, die die Natur in anfänglichen Zeiten faßte und mit der zu arbeiten sie bis hin zum Menschen nicht abgelassen hat", nämlich: "Das letzte Produkt der sich immer steigernden Natur ist der schöne Mensch." Und weiter: "Mit wahrem Eifer hat die Natur diese ihre eine, ihre teure Grundidee verfolgt - mit Übereifer zuweilen."

Seit "Inevitable Humans in a Lonely Universe" von S. Conway Morris ist das keineswegs mehr ein so abwegiger Gedanke, wie das für lange Jahrzehnte seit T. Mann gegolten hatte! - Viel mehr solcher schöner Gedanken von T. Mann noch hier:

https://www.uni-bielefeld.de/ZIF/Publikationen/Mitteilungen/Aufsaetze/2002-1-Bellwinkel.pdf
https://www.uni-bielefeld.de/ZIF/Publikationen/Mitteilungen/Aufsaetze/2002-1-Bellwinkel.pdf

Mittwoch, 20. Mai 2015

Wir stammen genetisch über die männliche Linie zu 2/3, also insgesamt zu einem Drittel von den Schnurkeramikern ab...

Wir stammen genetisch über die männliche Linie zu 2/3, also insgesamt zu einem Drittel von den Schnurkeramikern ab und zwar nur von einer kleinen Gründerpopulation, die sich durch immenses Bevölkerungswachstum von der Ukraine aus dann über ganz Europa verbreitet hat - ? Spannend!

Einmal erneut wird hier jedenfalls deutlich, welche große Bedeutung Flaschenhals-, bzw. Gründerpopulationen für den Fortgang der Weltgeschichte haben!

http://www.wissenschaft.de/leben-umwelt/genforschung/-/journal_content/56/12054/6684523
http://www.wissenschaft.de/leben-umwelt/genforschung/-/journal_content/56/12054/6684523

Dienstag, 21. April 2015

In der Forschung wird gegenwärtig die spannende These verfolgt - genannt "natural altruism hypothesis" - dass...

In der Forschung wird gegenwärtig die spannende These verfolgt - genannt "natural altruism hypothesis" - dass menschliche 2-jährige Kinder Altruismus nicht erlernen, sondern "von Natur aus" hilfsbereit sind und helfen wollen.

Intuitiv will das jedem, der längern mit Kleinkindern zu tun hat, sofort schlüssig erscheinen. Aber offensichtlich hat diese Hypothese noch Mühe, sich gegenüber Kritikern durchzusetzen.

Ich neige zu der Ansicht: So wie Kinder nicht das EHRLICH-Sein erlernen müssen, sondern das Unehrlich-Sein (nämlich vom 3 bis 5. Lebensjahr, vorher können sie NUR ehrlich sein - das ist ja inzwischen gut erforscht), ebenso werden sie eher die BOSHAFTIGKEIT, das SCHÄDIGEN anderer erlernen müssen denn das Helfen anderer.

Man muss sich einfach klar machen: Kinder sind schlichtweg eine andere Art Homo sapiens sapiens, als sie uns "sonst" bekannt ist.

Das Helfenwollen kommt doch oft so ursprünglich, so durch und durch natürlich aus Kindern heraus - in DIESER Form kann es nie erlernt worden sein, denn wo sollten sie in der HEUTIGEN Erwachsenenwelt so viel Güte jemals erlernt haben, die bei Kindern dabei mitschwingen kann?

Das aber sauber und unwiderlegbar naturwissenschaftlich nachzuweisen, dürfte wohl noch manche Schwierigkeit mit sich bringen .... Jedenfalls unglaublich spannende Forschungen! Die menschliche Güte und Selbstlosigkeit wird erforscht in einem Bereich, wo sie noch zutiefst ursprünglich vorliegt und nicht - in den Worten Hölderlins - in die "Chamäleonsfarbe" der Erwachsenenwelt getaucht ist.
http://www.pnas.org/content/112/10/E1052