Dienstag, 23. Januar 2018

Schockierende Nachrichten während der Schwangerschaft verkürzen die Lebensdauer des ungeborenen Kindes um 2,5 Jahre

Schockierende Nachrichten während der Schwangerschaft verkürzen die Lebensdauer des ungeborenen Kindes um 2,5 Jahre

Wenn die Mutter während der Schwangerschaft vom Tod des Vaters des noch ungeborenen Kindes erfährt, verkürzt das das Leben des noch ungeborenen Kindes um durchschnittlich zweieinhalb Jahre, und zwar aufgrund von Todesfällen dieser Kinder vornehmlich vor dem 65. Lebensjahr.

Dies ist das Ergebnis der Auswertung der Lebensdaten von über 5000 Franzosen, die zwischen 1914 und 1916 geboren worden sind und deren Vater noch vor ihrer Geburt während des Ersten Weltkrieges an der Front im Krieg mit Deutschland gefallen war (1):

"The mean loss of adult lifespan of orphans who had lost their father before birth was 2.4 y (95% CI: 0.7, 3.9 y) and was the result of increased mortality before age 65 y. Adult lifespan was not reduced when the father’s death occurred after the infant’s birth. These results support the notion that intrauterine exposure to a major psychological maternal stress can affect human longevity."

War es nicht schon immer Volkswissen, daß schwangere Mütter vor Streß jeder Art bewahrt werden müssen?

1. Prenatal loss of father during World War One is predictive of a reduced lifespan in adulthood. Autoren: Nicolas Todda, Alain-Jacques Vallerona, Pierre Bougnères. PNAS 2017, http://www.pnas.org/content/114/16/4201.full
http://www.pnas.org/content/114/16/4201.full

Eine neue Methode, das Durchhaltevermögen zu steigern - Sie hilft nur Europäern, nicht Asiaten

Eine neue Methode, das Durchhaltevermögen zu steigern - Sie hilft nur Europäern, nicht Asiaten

Es gibt eine neue Methode, durch "mentales Kontrastieren" das "Nicht-Machbare vom Machbaren" zu trennen, indem man Hindernisse bei der Zielerreichung versucht, so realistisch wie möglich Lösungsstrategien gegenüber zu stellen (engl. "Mental Contrasting with Implementation Intentions", kurz MCII).

Diese Methode hilft nachweisbar, Ziele zu erreichen, das Durchhaltevermögen zu stärken etwa in Prüfungssituationen oder im Umgang mit Süchten und Abhängigkeiten.

Aber: Sie hilft nur Europäern, nicht Asiaten. Sie hilft nur in individualistischen Kulturen, nicht in kollektivisitischen Kulturen. Es wird vermutet, daß man in Asien gar nicht die Erreichung individueller Ziele anstrebt, sondern sich kollektiv "lernend" verhält und daß deshalb mit Hilfe zumindest dieser Methode die Zielerreichung nicht verbessert werden kann.

1. https://www.emotion.de/de/motivation/motivation-und-durchhaltevermoegen-3787
2. Eight-minute self-regulation intervention raises educational attainment at scale in individualist but not collectivist cultures. Autoren: René F. Kizilceca, Geoffrey L. Cohen, 2016, http://www.pnas.org/content/114/17/4348.full
https://www.emotion.de/de/motivation/motivation-und-durchhaltevermoegen-3787

Die Entstehung des indischen Kastensystems - Ancient DNA klärt auf

Die Entstehung des indischen Kastensystems - Ancient DNA klärt auf

Daß ich sehr begeistert bin von den Forschungen des Humangenetikers David Reich, habe ich schon oft zum Ausdruck gebracht seit dem letzten Jahr. Hier finde ich gerade ein Interview mit ihm aus dem Januar 2016, in dem noch Erkenntnisse referiert wurden, die mir bislang nicht bekannt waren. Vor allem seine Ausführungen über Indien im ersten Teil enthalten viel Neues für mich.

Auch die einheitlichere Perspektive, daß die Indoeuropäer sowohl in Indien wie in Europa wie bei den Afroamerikanern in den USA wie auch in Südamerika sich immer mit den einheimischen Frauen vermischt haben und daß dadurch neue Populationen oder auch Völker entstanden sind, ist in dieser Einheitlichkeit neu für mich.

Auch von der Erstarrung des indischen Kastensystems vor 2000 Jahren höre ich hier so zum ersten mal.

Auch wird von David Reich über die neue Forschungsrichtung Ancient DNA mit einer Begeisterung gesprochen, wie man sie nicht oft findet. Zum Beispiel:

"This technology is like the invention of new scientific instruments. It’s a momentous new scientific instrument, like the invention of a telescope or a microscope. When you have a new instrument, anything you look at is new. For example, when you look with a microscope into a bit of pond water, you see cells for the first time; that’s what people saw. Leeuwenhoek, when he first used microscopes, observed cells, observed microbes, observed cell walls, all these things one couldn’t see before were great surprises. When you have a new instrument, you can see new things."

Also zu Deutsch:

"Diese Technologie ist wie die Erfindung eines neuen wissenschaftlichen Instrumentes. (...) Alles, was man sieht, ist neu."

https://www.edge.org/conversation/david_reich-the-genomic-ancient-dna-revolution
https://www.edge.org/conversation/david_reich-the-genomic-ancient-dna-revolution

Freitag, 19. Januar 2018

Woher kommt der viele Kohlenstoff auf unserer Erde?

Woher kommt der viele Kohlenstoff auf unserer Erde?

Soeben haben Astronomen in einer Molekülwolke im Sternbild Taurus, also innerhalb unserer Milchstraße Benzonitril nachgewiesen (1, 2). Dies ist ein sehr stabiles Kohlenstoff-Molekül, das auch in Zigarettenrauch und in Auspuffgasen enthalten ist und als solches Krebs erregt. Aufgrund seiner chemischen Stabilität kann es sich gut im interstellaren Raum halten. Und mit diesem Nachweis hat man nun mehr Anhaltspunkte als jemals, um erklären zu können, wie sich in einer protoplanetaren Scheibe, aus der die Erde hervorgegangen ist, so viel lebensnotwendiger Kohlenstoff hat ansammeln können.

Das Element Kohlenstoff entsteht als Abfallprodukt von Kernreaktionen im Innern junger Sterne und wird bei Supernovae - mit anderen dabei entstandenen Elementen - ins Weltall geschleudert. Aber wie sich Kohlenstoff in der Menge ansammeln kann wie er heute auf der Erde feststellbar ist - und eventuell auch auf anderen Planeten im Weltall (?) - ist noch kaum wissenschaftlich geklärt. In einem Bericht heißt es (1):

>>Researchers using the Green Bank Telescope in West Virginia identified signatures of the molecule benzonitrile (C6H5CN) in a mass of gas and dust called the Taurus Molecular Cloud 1, which lies 430 light-years from Earth. The heart of benzonitrile is a six-carbon hexagon called benzene - a structure that puts the compound in the “aromatic” class of molecules and makes benzonitrile a building block for a group called polycyclic aromatic hydrocarbons (PAHs), which contain lots of carbon hexagons. Scientists think PAHs are incredibly common in the universe, yet astronomers have not identified a single such molecule in space. This new observation is the closest they have come. “This study shows you have the first steps of PAHs, these first rings of benzene,” says Xander Tielens, an astrochemist at Leiden University in the Netherlands who was not involved in the research. “Then you can grow to bigger and bigger species. Understanding where these molecules come from and understanding what role they play in the inventory of space is a key goal of astronomy.” The findings were published today in Science and presented at a meeting of the American Astronomical Society in Washington, D.C..<<

Soweit ich sehe, ist auch noch überhaupt nicht bekannt, ob es auf anderen Planeten außer der Erde besonders viel Kohlenstoff gibt.

1. https://www.scientificamerican.com/article/molecular-clue-to-the-mystery-of-carbon-rsquo-s-cosmic-origin-uncovered/
2. https://de.wikipedia.org/wiki/Molek%C3%BClwolke
https://www.scientificamerican.com/article/molecular-clue-to-the-mystery-of-carbon-rsquo-s-cosmic-origin-uncovered/

Donnerstag, 18. Januar 2018

Die Ethnogenese der Indogermanen - Gibt es auch eine westeuropäische Komponente?

Die Ethnogenese der Indogermanen - Gibt es auch eine westeuropäische Komponente?

Derzeitiger Stand der Ancient-DNA-Forschung ist, daß das Urvolk der Indogermanen an der Mittleren Wolga eine Mischung ist aus osteuropäischen Jägern und Sammlern (unter denen es schon blonde Haare, helle Augen- und Hautfarbe gab) und Jägern und Sammlern aus dem Kaukasus (die insgesamt etwas dunklere Körpermerkmale gehabt haben dürften).

Der Eurogenes-Blog macht nun darauf aufmerksam, daß sich in den bisherigen Daten ein leiser Hinweis verstecken könnte darauf, daß es noch eine dritte genetische Komponente geben könnte, da die "Yamnaya" (Nachkommen der Urindogermanen) auf der Hauptkomponentenanalyse was die genetische Verwandtschaft mit anderen Völkern betrifft, zusätzlich noch leicht nach Westen verschoben sind, daß es also noch irgendeine "westliche" Beimischung geben könnte.

Nun hat es ja eh - zum Beispiel in Skandinavien und in ganz Osteuropa - Mischungen zwischen west- und osteuropäischen Jäger-Sammler-Völkern schon im Mesolithikum und noch während des mitteleuropäischen Frühneolithikums gegeben (als Skandinavien und Osteuropa noch mesolithisch weiterlebten), so daß es nicht gar zu sehr überraschen muß, daß nach dem Eurogenes-Blog nach derzeitigem Forschungsstand die nächst-Verwandten dieser westlichen Komponente der Indogermanen die mittelneolithische Fischer-Bevölkerung der westfälischen Blätterhöhle darstellt. Diese stammen - als Bevölkerung eines mittelneolithischen Rückzugsraumes - noch zu einem hohen Anteil von west- und mitteleuropäischen Jäger- und Sammler-Bevölkerungen ab, während rund um sie herum schon die mediterranen Bandkeramiker und ihre Nachfolgekulturen lebten.

Man darf gespannt sein, wie diesbezüglich das sich hier nur undeutlich abzeichende Bild in näherer Zukunft noch deutlich mehr Tiefenschärfe erhalten wird.

http://eurogenes.blogspot.de/2018/01/another-look-at-genetic-structure-of.html

Dienstag, 16. Januar 2018

Vorbewußte Vorurteile über Rasse, Geschlecht, geschlechtliche Orientierung und anderes

Vorbewußte Vorurteile über Rasse, Geschlecht, geschlechtliche Orientierung und anderes

Ich glaube, diesen Selbst-Test, über den der schätzenswerte Wissenschaftsjournalist Michael Gross berichtet, sollte man einmal selber machen. Wenn ich ihn gemacht habe, werde ich hier weiter darüber berichten.

1. http://proseandpassion.blogspot.de/2017/10/hidden-bias.html
2. https://implicit.harvard.edu/implicit/
http://proseandpassion.blogspot.de/2017/10/hidden-bias.html

Montag, 15. Januar 2018

Die ursprünglichsten Blütenpflanzen

Die ursprünglichsten Blütenpflanzen

Die ursprünglichsten Blütenpflanzen, die in der frühen, mittleren Kreide-Zeit, also zur Hochzeit der Dinosaurier entstanden, werden fachsprachlich mit dem Begriff "ANITA" belegt (1). Auf 283 Pflanzenarten dieser ursprünglichsten Blütenpflanzen, die bis heute überlebt haben, und ihre Beziehungen zu Insektenbestäubern wird in einer neuen Studie aus China (2) aufmerksam gemacht.

Das ist deshalb spannend, weil es ja auch Licht wirft auf die zeitgleiche Evolution der Insekten. Wenn ich es recht verstehe, waren die ursprünglichsten Bestäuber noch keine sozialen Insekten. Erst später scheinen Wespen als Bestäuber hinzu gekommen zu sein nach dem Erkenntnisstand dieser Studie (2).

1. https://en.wikipedia.org/wiki/Basal_angiosperms
2. The largest early-diverging angiosperm family is mostly pollinated by ovipositing insects and so are most surviving lineages of early angiosperms Shi-Xiao Luo, Lian-Jie Zhang, Shuai Yuan, Zhong-Hui Ma, Dian-Xiang Zhang, Susanne S. Renner Published 3 January 2018.DOI: 10.1098/rspb.2017.2365, http://rspb.royalsocietypublishing.org/content/285/1870/20172365?etoc
https://en.wikipedia.org/wiki/Basal_angiosperms

Freitag, 5. Januar 2018

Wie entstand das Volk der Schnurkeramiker in Südpolen um 2.900 v. Ztr.?

Wie entstand das Volk der Schnurkeramiker in Südpolen um 2.900 v. Ztr.?

Hier eine schöne Karte zum neuesten Kenntnisstand zur Ausbreitung der Indogermanen von der Ukraine nach Südpolen hinein, wo sie die Kultur der Schnurkeramiker bildeten, die dann weite Teile Europas, besonders Nordeuropas "aufrollten". Sie wurde gerade veröffentlicht (1).

In Nordeuropa scheint ja die Bevölkerung vor den Indogermanen während und durch ihre Zuwanderung noch deutlich stärker dezimiert worden zu sein als in anderen Teilen Europas, insbesondere in Südeuropa. Aber die Einzelheiten dazu werden in näherer Zukunft deutlicher werden. Der hier weiter geteilte Blog "Eurogenes" wird - wie er selbst in einem anderen Beitrag sagt - in diesem Jahr 2018 von großer Bedeutung werden, denn es ist eine Fülle von neuen Erkenntnissen aus der AncientDNA-Forschung zu erwarten und dieser Blog berichtete über diese schon 2017 am regelmäßigsten (neben Razib Khan).

Es wird eine Fülle von neuen Detailerkenntnissen geben. Aber womöglich sind auch einige sehr grundlegende Erkenntnisse dabei. Diese betreffen immer insbesondere die Vorgänge während der Ethnogenese, nämlich erstens der Indogermanen, zweitens der skandinavischen und nordeuropäischen Völker am Ende des Neolithikums. Und dabei insbesondere auch die Häufigkeitsverschiebungen von Genfrequenzen in den Bevölkerungen, die charakteristische körperliche und seelische Merkmale kodieren (blonde Haarfarbe, ADHS, Depressionsneigung und anderes mehr).

Weitere spannende Beiträge auf "Eurogenes" betreffen zum Beispiel die berühmte Y-Haplogruppe "R1a-M417" (2).

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1. Corded Ware as an offshoot of Hungarian Yamnaya (Anthony 2017), December 18, 2017, http://eurogenes.blogspot.de/2017/12/corded-ware-as-offshoot-of-hungarian.html
2. http://eurogenes.blogspot.de/2017/09/the-beast-among-y-haplogroups.html